Die Instagram Realität und ihr verpickeltes Gesicht

Die Instagram Realität und ihr verpickeltes Gesicht

In dieser Kolumne muss ich Euch diesmal leider mit einer uns allen bekannten, aber immer erfolgreich verdrängten Wahrheit konfrontieren. Die liebe Rabea von the golden kitz hat mich mit ihrem Beitrag „Mein perfektes Instagram Leben“ erstens zum Schmunzeln gebracht und zweitens zu einem zustimmenden Nicken. Denn wir alle versuchen tagtäglich, egal ob Blogger oder nicht, unsere Schokoladenseite zu präsentieren.

Deutlich gesagt geht es genau darum, dass wir Starbucks Coffee kaufen, UGG Boots tragen, ein goldenes iPhone besitzen und die neueste Designer Bag auf Raten kaufen – und warum der Zirkus? – Genau, weil es jeder tut und geil aussieht! Diese fiese Eigenschaft mit Namen „Neid“ bringt uns dazu, unser Leben auf Hochglanz zu polieren. Und das nicht erst seit es Instagram gibt.

Alle sogenannten sozialen Netzwerke bringen uns irgendwie dazu, uns mit dem Leben der Freunde, Follower oder Abonennten zu vergleichen und verhelfen zu einer ausgewachsenen Profilneurose mit Hang zum Narzismus. Ja, mir ist bewusst, dass ich mich damit selbst verurteile und Bloß stelle 😉 Aber ich finde, das gehört dazu und ist meine persönliche Psychotherapie, mich nicht darin zu verlieren.

Als Bloggerin bin ich erst seit Kurzem wieder so richtig aktiv und doch habe ich mich schon sehr viele Male dabei ertappt, wie ich stirnrunzelnd, unzufrieden und frustriert meinen Blog oder Instagram Channel betrachte, weil mir die Bilder von Person XY viel besser gefallen. Wow, sie/er hat eine tolle Bildsprache, einen hippen Style, ein super Interior Design und die neue Michael Kors Handtasche, die ich haben will! In dieser perfekten Welt kann man sich ganz schön verrennen.

Die Wahrheit dahinter ist: Wir fotografieren Stunden um Stunden mit verschiedenen Posen, Winkeln, Einstellungen und Licht, um ein perfektes Bild zu bekommen und weinen uns heimlich in den Schlaf, wenn es grade mal 50 Likes erhält. Die Welt ist brutal und ignorant, da müssen wir uns nichts vormachen. Ich denke oft an den scherzhaften Kommentar einer Freundin und Blogger-Kollegin die manchmal über ihre und unsere Bilder sagt: „This is the biggest shit but people love fuckin‘ cupcakes!“ (Kleiner Luftkuss an J.)

Miss Unperfect

Wo hört der Spaß auf und wo fängt der Ich-will-beliebt-sein-Zwang an? Für wie verrückt halten uns die Menschen auf der Straße, wenn sie beobachten, wie wir mit unserem Smartphone an einem Bahnhof stehen und Selfies oder #whereIstand Bilder schießen? Wie sehr verändert sich mein Style, meine Persönlichkeit und mein Leben unter diesem Einfluss?

Beim Lesen dieser Zeilen fragt Ihr Euch sicher, warum tut sie sich das denn an, wenn’s so schlimm ist? Dann lese ich halt einen anderen Blog, pfeif auf diese Missesviolet! Die Antwort ist ganz einfach: Do more of what makes you happy! Ich liebe diesen Scheiß 🙂

Ich schreibe gerne, fotografiere gerne, lese gerne andere Blogs und kommuniziere gerne mit anderen im Netz – meinen Fans, Lesern und Followern. Damit erübrigt sich auch die Frage, warum denn noch Fashionblogs lesen? Denn Du liest ihn gerade und das freut mich!

Also, freut Euch wenn Ihr meine perfekten oder auch nicht perfekten Bilder und Artikel seht, denn es steckt Liebe und Arbeit dahinter. Die investiere ich einfach so, weil’s mein Hobby ist. Und bei mir werdet Ihr in Zukunft sicher Teile von Primark, die Handtasche von H&M und die Schuhe von Tamaris sehen – das bin ich und ich bin authentisch. Natürlich nur solange, bis ich reich heirate oder als Model entdeckt werde 😉

Und jetzt will ich wissen, was Euch unter den Nägel brennt beim Lesen dieses Artikels – immer her damit! #IchbinKritikfähig

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Sara Weißenfeld bloggt seit 2014 als missesviolet und startete im August 2018 außerdem mit ihrem Curvy Fashion & Lifestyle Kanal auf YouTube. Sara lebt mit ihrem Freund und DIY-YouTuber Dan und ihren zwei Hunden im Raum Köln. Auf missesviolet.com dreht sich alles um Curvy Fashion, Beauty, Interior und Lifestyle - Viel Spaß beim Stöbern!

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